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"Alles Walzer" - Ludwig Viktors Ballknigge

Bälle und Tanzveranstaltungen sind der Höhepunkt der Faschingszeit.
Mit Ludwig Viktors Ballknigge kommen Sie stilsicher durch die Ballsaison.

Die korrekte Begrüßung:
WER wird eigentlich WEM vorgestellt? Ludwig Viktor, ein echter Kavalier der alten Schule, verrät: "Der Ranghöhere - das ist immer die Frau, der Ältere, der Kunde, der Gast, der Vorgesetzte - hat immer ein Recht auf Erstinformation. Also wird man dem Ranghöheren den Rangniedrigeren vorstellen.
Wenn man das beachtet, ist schon alles gesagt." Die richtige Begrüßung ist der Auftakt zu einem gelungenen Abend.

Die höfliche Tanzaufforderung:
Immer mit der eigenen Partnerin tanzen - auf die Dauer etwas eintönig. Also heißt es, möglichst elegant fremde Tanzwillige aufzuspüren.
In einer solchen Situation rät Ludwig Viktor: "Meine Empfehlung ist, den Begleiter der Dame zu fragen, aber die Frage mehr als rhetorische Frage zu formulieren, nach dem Motto: 'Entschuldigen Sie, ich würde gerne mit Ihrer Begleiterin tanzen.'
Was ganz unhöflich wäre: Sich gleich an die Dame zu wenden und zu fragen: 'Darf ich Sie um diesen Tanz bitten?'" Am Begleiter der Dame führt kein Weg vorbei.

Die angemessene Reaktion:
Das Herz ist gefasst, die Dame korrekt zum Tanz aufgefordert - und schon wieder kann man einiges falsch machen. Was tun, wenn die Dame ablehnt? Darüber muss man sich keine Gedanken machen,
denn in solch einem Fall liegt der Fauxpas eindeutig bei der Dame, meint Ludwig Viktor: "Eine Dame kann nicht sagen: 'Nein, ich habe keine Lust.' Man erwartet von einem Teilnehmer bei einer
Abendveranstaltung, ganz gleich ob das bei jemandem privat ist oder ob das ein großer Ball ist, dass jeder etwas Positives zu diesem Abend beiträgt. Und dazu gehört bei einer Dame die Bereitschaft zu
tanzen. Sonst soll sie zu Hause bleiben!"Lehnt die Dame den Tanz ab, zeigt sie kein gutes Benehmen.

Die besten Gesprächsthemen:
Ein Ball ist eine wunderbare Gelegenheit, neue Bekanntschaften zu machen. Doch jede Sympathie wird im Keim erstickt, wenn sie durch peinliche Gesprächsthemen strapaziert wird. Dazu meint Ludwig Viktor: "Schlechte Themen oder Unthemen sind Krankheit, Tod, Geld. Auch beim Thema Karriere muss man vorsichtig sein und kann es eigentlich nur richtig machen, wenn man weiß, der andere interessiert sich dafür. Gute Themen sind Kultur - also Musik, Literatur – außerdem Sport und Reisen. Und das muss man so ein bisschen herausfinden, was den anderen interessiert, und darauf
muss man sich dann einstellen."


Die Kleidung:
Der Ball verlangt einen dunklen Abendanzug beim Mann, besser einen Smoking. Selbstverständlich mit Fliege, Krawatten haben auf einem Ball weniger verloren. Ausnahmen bilden nur Uniformen und Tracht. Die Dame kommt im langen Kleid, heute ist als alternative ein Abendanzug möglich. Tragen Sie dazu passenden Accessoires und vermeiden Sie billigen Schmuck. Zum Ballkleid trägt die Dame offene, elegante Abendsandaletten oder Slingpumps - im besten Fall ohne Strümpfe. Erlaubt sind auch zarte Pumps in der gleichen Farbe wie das Kleid. Absolut tabu sind schwarze Lederpumps und Strümpfe, die deutlich als solche zu erkennen sind (z.B. schwarz oder stark glänzend). Wenn schon Strümpfe, dann ausschließlich hautfarben und hauchzart - wie unsichtbar. Zum langen Kleid gehört entweder eine kurze Jacke oder ein bodenlanger Mantel. Abendjacken, Stolen oder Capes gehören zum Kleid und werden nicht in der Garderobe abgegeben.
Schuhe sowie auch Hände und Fingernägel müssen sauber und gepflegt sein, das Haar ordentlich sitzen. Der große Auftritt bei einem Ball verlangt auch nach einer besonderen Frisur mit ein bisschen Glamour: Für längeres Haar ist hier immer noch eine Hochsteckfrisur das Nonplusultra. Das wirkt festlich und zeigt ein schönes Gesicht und funkelnden Schmuck.

„An so einem Abend wird der Mann zum Edelmann“, so Ludwig Viktor: „Er hält der Dame Türen auf, hilft ihr aus dem Mantel, begleitet sie an den Tisch, erhebt sich wenn sie sich erhebt und rückt für sie den Stuhl zurück. Außerdem legt der Herr keinesfalls sein Sakko oder seine Fliege ab, das würde die Ball-Atmosphäre empfindlich stören.“ Der Alkoholkonsum sollte unbedingt unter Kontrolle bleiben, denn es ist äußerst peinlich, wenn man bei so einer festlichen Gelegenheit nicht mehr weiß, was man sagt und tut.

Der Weg zu einem unvergesslichen Ballabend ist mit einigen Etikette-Stolpersteinen gepflastert. Wer zumindest die wichtigsten stilsicher umgeht, der kann ungetrost feiern.

Ihr Ludwig Viktor

Der gute Gastgeber!

Ein gut gelaunter Gastgeber wirkt ansteckend. Und das ist die beste Voraussetzung für einen gelungenen Abend. Damit Sie gut lachen haben, gibt es nur eines: auf alles vorbereitet sein.

* Für eventuelle Pannen vorsorgen: ein Gast ist Vegetarier, ein anderer muss vor der Nachspeise gehen, Ihre Freundin bringt spontan jemanden mit,…
* Umsichtig sein: Gäste, die sich untereinander nicht kennen unbeding vorstellen
* Aufmerksam sein – auch bei der Verabschiedung. Nicht vergessen sich für das Gastgeschenk bedanken.
* Aschenbecher ausleeren: Nichts ist ungemütlicher als kalter Zigarettenrauch
* Süßigkeiten bereit halten: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gäste, je später der Abend wird, gerne nach Süßem verlangen.


 
Dinner in Szene gesetzt:
Dinner for One, 1975
Rat mal, wer zum Essen kommt, 1967
Der Partyschreck, 1968
My Dinner with Andre, 1981
Hannah und Ihre Schwestern, 1985
Dekikatessen, 1991
Eat Drink Man Woman, 1994
Bella Martha, 2000
Ratatouille, 2007
Rezept zum Verlieben, 2007

                                                            Ihr Ludwig Viktor

Guten Appetit – kultivierte Tischmanieren

Ein geschäftliches Abendessen oder eine Firmenfeier zum Beispiel, dienen der Pflege von Geschäftskontakten und der Repräsentation des Unternehmens. Damit ist das Geschäftsessen eine besonders gesellige Form, die dem Stil des Hauses angemessen sein soll. Hier können Sie Ihre guten Umgangsformen beweisen.

Tischsitten:
Tischmanieren zu zeigen, unterstreicht Ihr souveränes Auftreten. Wenn Sie Platz genommen haben, entfalten Sie zuerst Ihre Serviette und legen diese gleich glatt auf den Schoß. Bewahren Sie eine aufrechte Grundhaltung. Das fällt leichter.

Die Arme sind beim Essen frei beweglich und befinden sich zusammen mit den Händen generell über oder auf dem Tisch. Die Ellenbogen bleiben am Körper. Achten Sie unbedingt darauf, sie nicht auf dem Tisch aufzustützen.

Jede Speise wird mit dem Besteck zum Mund geführt und nicht in umgekehrter Richtung der Mund zum Teller.

Mit dem ersten Schluck Wein oder Bier warten Sie in der Regel, bis der Gastgeber, Hausherr oder Firmenchef zum Glas greift und das Zeichen dafür gibt, sich gemeinschaftlich  zuzutrinken. Jeder erhebt dann sein Glas, bei besonders feierlichen Anlässen stehen alle auf.  Schauen Sie den übrigen Gästen in die Augen. Mit einem „Zum Wohl“ oder einem leichten Kopfnicken wird das Zutrinken beendet.

Mit dem Essen in Gesellschaft warten Sie unbedingt, bis allen Gästen aufgetischt ist. Ist eine Gruppe auf mehrere Tische aufgeteilt,  so ist es in Ordnung tischweise mit dem Essen zu beginnen.

Ordnung auf dem Tisch:
Die Besteckfolge geht mit den Menügängen immer von außen nach innen. Da das benützte Besteck abgetragen wird, müssen Sie sich nicht merken, welches Besteck Sie zuletzt verwendet haben.

Das Essen ist offiziell beendet, wenn der Gastgeber seine Serviette neben den Teller legt und aufsteht. Die Tafel ist damit aufgehoben und Sie können sich ab diesem Zeitpunkt vom Tisch entfernen, wenn Sie möchten.
                                                                                                                          Ihr Ludwig Viktor

Damals wie heute: Leben mit Stil

Mein Kerngedanke in dieser Reihe ist:
Das spanische Hofzeremoniell, welches ich in meiner Jugend auf das peinlichste genau verinnerlichen musste, in das Jetzt und Heute so zu transportieren, dass es mit Leichtigkeit zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität und der Ihrer Mitmenschen beitragen wird.

Wie schon einst der Protokollchef des Preußischen Königshofs 1877 in seinem Vorwort für das Ceremonial Buch zitierte:

„Da selbst die Regel sich vergisst,
so schreibe auf, was üblich ist;
Geschrieben will es Mancher lesen,
bevor er glaubt, was sonst gewesen.“

Vorab darf ich Ihnen einige Begriffe näher bringen:
Etikette: Regeln für die Umgangsformen von Menschen miteinander, sollen zum verbessern der gemeinsamen Lebensqualität beitragen.
Zeremoniell: Regeln für die Umgangsformen von Menschen bei feierlichen Anlässen.
Protokoll: Regeln für die Umgangsformen im offiziellen Verkehr zwischen den Staaten und im offiziellen Bereich innerhalb des Staates – dient zur Selbstdarstellung eines Staates.

Der wichtige erste Eindruck:
  • Nehmen Sie mit Ihrem Gegenüber Blickkontakt auf (Sonnenbrille abnehmen!), so bringen Sie ein Zeichen von Respekt entgegen.
  • Bei der Begrüßung und beim Vorstellen stehen die Herren immer zuerst auf. Eine Dame kann (muss aber nicht) aufstehen wenn sie möchte.
  • Bei einer Begrüßung ist es angemessen immer auch ein paar Worte zu wechseln, um die Begleitpersonen miteinander bekannt zu machen.
  • Grüßen Sie lieber einmal zu oft als zu wenig.
  • Wenn Sie bei einer Gruppe unschlüssig sind, wer zuerst zu begrüßen ist, weil Sie sich der Rangordnung nicht sicher sind, so sagen Sie einfach: „Darf ich Sie der Reihe nach begrüßen?“
  • Falls Sie sich den Namen Ihres Gegenübers nicht gemerkt haben, sagen Sie gleich: „Tut mir leid, mir ist Ihr Name entfallen.“ Zusammen mit einem charmanten Lächeln wird dies zu einer netten Geste.
  • Für Männer gilt: zweite Hand nicht in der Hosentasche stecken lassen. Für Frauen gilt: Lippenstiftfanatikerinnen sollten bitte keinen färbigen Abdruck auf der Wange hinterlassen.
    Ihr Erzherzog Ludwig Viktor